Integration der "Bates-Methode" in den Selbstgebrauch?

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Diese Seite beschreibt meine persönliche Erfahrung mit der Bates-Methode als integralem Bestandteil der Alexander-Technik.
Als betroffener, kurzsichtig und astigmatischer Mensch, möchte ich gerne meine Erfahrungen weitergeben.
Seit 1999 beschäftige ich mich intensiv sowohl mit der Alexander-Technik als auch mit der Bates Methode.


Was ist die "Bates-Methode"?


Dr. med. W.H.Bates beschreibt in seinem Buch "Rechtes Sehen ohne Brille / Perfect sight without glasses" eine Methode zur "Heilung fehlerhaften Sehens durch Behandlung ohne Brille".
Dr. Bates schildert dabei seine Frustration keinen seiner Patienten durch schulmedizinische Behandlung - Brille - jemals geheilt zu haben. Bei näherer Beobachtung dieses Phänomens kam er zu dem Schluss: Körper und Geist sind eine Einheit; psychischer Druck kann Fehlsichtigkeit erzeugen/auslösen.
Durch verschreiben einer Brille wird dieser Fehlgebrauch fixiert und verschlechtert sich dadurch im Laufe der Zeit.

Normalsichtigkeit lässt sich jedoch nur mit entspanntem Auge/Sehsystem erreichen.


    Dr. med. W.H. Bates

Meine Erfahrungen decken sich mit Dr. Bates Berichten. Meine Fehlsichtigkeit begann in der Pubertät mit -0,5 und -1,25 dpt. sph. und steigerte sich im Laufe der folgenden 17 Jahre auf -2,5 und -3,5 dpt. sph..

Grundsätzliche Fragen:

Die Hälfte aller Bundesbürger klagen über Rückenprobleme, Hals- Nackenverspannungen;
weit mehr als 50% sind Fehlsichtig. Was sagt die Schul-Medizin?
Warum wird Vorsorge nicht Ernst genommen? Sowohl Alexander, als auch Bates, Gindler und Jacoby haben Ansätze der pädagogischen Vorsoge, mit einfachsten Mitteln, entwickelt.
99% aller Menschen kommen weder Fehlsichtig - noch mit Rückenproblemen auf die Welt.

Für mich bedeudet dies: mit Ausnahme dieses Einen Prozent (wohl noch zu hoch), entwickeln wir unsere Probleme selbst.

"... Es wird uns allen immer mehr fühlbar, dass wir mit unserem Leben nicht mehr mitkommen, dass das Gleichgewicht der körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte gestört ist. In den meisten Fällen erfolgt diese Störung schon in der Schulzeit. Wenn es in der Schule und Pupertätszeit noch nicht ganz gelungen sein sollte, so bringen uns Familienverhältnisse, Beruf und vielleicht ein schweres Schicksal die unüberwindlichen Schwierigkeiten. Wir hören auf, unser Leben denkend und fühlend zu gestalten, werden gehetzt und lassen alle Unklarheiten um und in uns so anwachsen, dass sie immer im ungeeigneten Moment Herr über uns werden. ...."

aus Elsa Gindler, "Die Gymnastik des Berufsmenschen" - Vortrag von 1926

"...Zu jeder Sehanstrengung, als deren Folge Fehlsichtigkeit entsteht, mögen vorübergehende ungünstige Bedingungen beitragen. Ihre Quellen haben aber diese Sehanstrengungen in verkehrten Denkgewohnheiten.
Der Arzt, der Fehlsichtigkeit zu heilen trachtet,  hat einen dauernden Kampf gegen jene Idee zu führen, daß zu jeder Handlung, die man gut vollbringen will, das "Sichmühegeben" gehört. Von der Wiege an sind wir mit dieser Idee erfüllt worden. Das gesamte Erziehungssystem basiert darauf. ..."
Dr. med. W.H. Bates,Rechtes Sehen ohne Brille, 10. Kapitel

Komplementärliteratur:

F.M. Alexander, Der Gebrauch des Selbst
Heinrich Jacoby, Jenseits von Begabt und Unbegabt

Elsa Gindler, Wahrnehmen, was wir empfinden
Eugen Herrigel, Zen in der Kunst des Bogenschießens
Moshé Feldenkrais, Bewußtheit durch Bewegung



Da sich diese Seite im Ausbau befindet - Meine Erfahrungen in Kürze:

  • Ja, mein Sehen hat sich signifikant verbessert! Habe 2002 meine Brille abgelegt! Jedoch noch nicht gänzlich Normalsichtigkeit erreicht!

  • Empfehle unbedingt die Lektüre des Buches von Dr. Bates, ab Kapitel 7. Kapitel 1-6 beschreiben seine medizinisch, naturwissenschaftlichen Versuche die sogenannte Hüllakkomodation zu beweisen und sind für Laien wenig interessant. Ab Kapitel 7 beschreibt er seine Methode sehr leicht verständlich und zum Selbststudium geeignet.
    Bücher von Nachfolge-Autoren sind meist nicht zu empfehlen.

  • Sehlehrer in Bates'schem Sinne sollten einen Visus von 2,0 erreichen.
  • Normalsichtigkeit ist nur durch Entspannung des Auges zu erreichen! Die beschriebenen Übungen sind förderlich - jedoch ist ein Augentraining - ein "sich Mühe geben" - kontraproduktiv und wohl die grösste Falle beim Üben. Entspannung ist nicht dadurch zu erreichen, indem ich mich erneut unter Druck setze Normalsichtigkeit zu erreichen.

  • Sollte sich das Brille tragen eingefleischt haben - also jahre- oder gar jahrzehnte/-lang; ist auch beim wieder erlernen der natürlichen Sehfähigkeit mit einem mehrjährigen Prozess zu rechnen. (Büchern/Autoren mit Aussagen "... in wenigen Monaten .." halte ich nicht für seriös. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit sich Selbst und seinem Sehproblem ist mit 5, eher 7 Jahren anzusetzen. Bates beschreibt deutlich kürzere Zeiträume, in seltenen Fällen Spontanheilungen. Möchte auf den Umstand, Sehlehrer sollten mind. einen Visus von 2,0 erreichen,  hinweisen.) Jedoch sukzessive Verbesserung zu erwarten! Und die kann sehr motivierend sein.

  • Leider haben sich der Selbstgebrauch seit Alexanders und Bates Zeiten weiter verschlechtert. Daher möchte ich nachdrücklich zum Alexander-Technik Unterricht raten, da eine freiere Balance des Kopfes auf der Wirbelsäule nicht nur die Gesamtkoordination des Körpers verbessert, sondern auch Einfluss auf die Augenstellung/Sehachse hat.

  • Auch möchte ich auf die fehlende Anerkennung der Schulmedizin hinweisen. Jedoch wurde Bates auch nie widerlegt. 

  • Sehr gute Erfahrungen habe ich auch mit Rasterbrillen gemacht (Bildschirm-Arbeit, TV, oder auch Kino).

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